Schulen für Afrika
Stage 5 / Swellendam – Bredasdorp
Zu Beginn dieser Etappe (146 km, 1.819 hm) ging es locker dahin. Doch dann folgte ein 20 km Martyrium aus tiefsandigen Doppeltrails mit steinigen Hindernissen, die jegliches Momentum im Keim ersticken ließen. Die Fahrer wurden an den Scheitelpunkten der Hügel jedoch mit Meeresausblicken belohnt. Danach ging es auf spitzsteinigen mit Dornen versetztem Untergrund durch das Cape Floral Kingdom Reserve, wo 86 Tierarten leben und es neben Zebras und Antilopen auch Leoparden zu sehen gibt. Angeblich. Ein steiler Anstieg auf Asphalt wurde dann von einem steinigen Downhill abgelöst, wonach es in die windige Ebene nach Bredastorp ging.
Bericht von der Strecke (Daytripper Gerhard Prandtstötter)
Am Start zur fünften Etappe herrschte allgemeine Müdigkeit. Markus Hahn sah aus als ob er eher unverzüglich zehn Stunden durchschlafen wolle als 147 km mit dem Mountainbike hinter sich zu bringen. Die längste Etappe stand auf dem Programm und wer geglaubt hatte, die "lächerlichen" 1.800 Höhenmeter wären eh ein "Lercherlschaß", der war gewaltig auf dem Holzweg. Es handelte sich um die wohl gemeinste Etappe bisher. Die Höhenmeter waren wirklich nicht das Problem, dafür aber der Untergrund. Bis zur ersten Wasserstelle ging es im Wesentlichen auf Schotterstraßen und nach einem giftigen Anstieg, der von vielen nur mehr schiebend bewältigt wurde, raste man leicht bergab direkt auf das Meer zu. Und dann kamen auch schon die ersten Fein- oder besser gesagt Gemeinheiten: tiefer Sand, wie das halt so in Dünen ist. Und wer nach der ersten Stelle froh war, dass es vorbei ist, wurde schnell eines Besseren belehrt. Es war, als ob man durch eine ungefähr zehn Kilometer lange Sandkiste fährt. Eine Herausforderung für sich.
So schlimm, dass die ruppigen, steilen Felsen dazwischen als Erlösung empfunden wurden. Es fahren ja auch nur Leute mit bedenklicher geistiger Verwirrung freiwillig durch so etwas mit dem Rad. Nach jeder Kurve, als man dachte, jetzt ist es vorbei mit dem Sand, sah man wieder 100 m weiter vorne Fahrer im Schritttempo vorwärts schlingern. Noch nie hab ich ein so stilles Radrennen erlebt. Die Fahrer litten sprachlos und so mancher wird sich wohl geschworen haben, sich so etwas nie wieder anzutun. Wenigstens machte eine leichte Brise die Hitze erträglich und schließlich ging auch diese Schinderei vorbei. Doch wer dachte bei der Wasserstelle 2 bei km 80 ist das Ärgste vorbei, war auf dem Holzweg. Zuerst kam ein giftiger Asphaltanstieg mit gemessenen 41 Grad Hitze. Da sah man einige Fahrer schon Serpentinen fahren. Kurz darauf ging es wieder ins Gelände. Diesmal statt des Sandes ein derart ruppiger Felsuntergrund, dass wieder nichts weiter ging.
Eine sehr harte, steinige Abfahrt (na wie soll die in diesem Land sonst sein) führte zu einem wunderschönen See und von dort ging´s auf Schotter mit starkem Gegenwind (no na) zu Wasserpunkt 3 bei km 115. Ich hatte genug vom Drahtesel und ging zu meinen Daytrippern Mittag essen und mitleidig, die immer noch eintreffenden schwer gezeichneten Helden der Sandkiste, betrachten. Dann waren´s immer noch 31 km (aber ohne mich), und man kann sich vorstellen, wie die im hinteren Bereich des Feldes fahrenden armen Hunde im Ziel ausg´schaut haben. Und unsere Leute? Nachdem am gestrigen Tag Markus Hahn (Team 2) und Andreas Engelhardt (Team 4) leichte Schwächeanwandlungen gezeigt hatten, lief es am heutigen Tag doch wieder bei beiden recht gut. Rang 23 für Markus und Herbert Neugebauer (Team 2) mit einem Rückstand von weniger als 50 Minuten auf die Sieger.
Und auch Andreas Engelhardt und Rizan Flenner (Team 4) werden immer routinierter und waren mit einer Fahrzeit von 8 Stunden 45 Minuten wieder ausgezeichnet im Rennen. Nur fünf Minuten vor den beiden David Doppelreiter und Thomas Brandl (Team 5) und im guten Mittelfeld wie immer eine solide Leistung von Andreas Zörweg und Jürgen Unterberger (Team 7) mit 7 Stunden 46 Minuten am 119. Rang. Eine Klasse für sich, und im Österreicher-Spitzen-Duell derzeit die Nase vorn, haben Ingmar Brichenfrid und Jürgen Kaindl. „Die Dokas“, mit knappen 39 Minuten Rückstand auf das Spitzenteam, sind heute auf den hervorragenden 16. Platz gefahren. Und über Anita Waiß und Andreas Mühlbacher (Team 1) braucht man wohl nichts mehr sagen: 8. Platz bei den Mixed-Teams. Und das bei einer Quasi-Flachetappe, die Anita mehr als verachtet. Die allgemeine Stimmung wird merklich gelöster. Wer es bis jetzt geschafft hat, der wird hoffentlich auch bis zum Samstag nicht schlapp machen.


"Hier ist es anstrengender auf der Transalp", meint der ehemalige Snowboard-Profi Jürgen Unterberger. Aber man wird auch belohnt. "Die Gegend ist einfach ein Wahnsinn", zeigt sich Andreas Zörweg vom Cape beeindruckt. Stage 5 war für sie von zwei Extremen gekennzeichnet: kilometerlange Sandpisten und zum Schluss extremer Gegenwind.
Jürgen Unterberger und Andreas Zörweg schwimmen still und leise im Mittelfeld mit. Sie liegen derzeit an 108. Stelle.
Spöttische Bezeichnung für einen Hobbyfahrer. Wir allerdings meist von Personen angewandt, die sich selbst für "Superprofis" halten, ohne auch nur in die Nähe ernsthaften Spitzensports vorgedrungen zu sein.
Ergebnisse Stage 5
Team UNICEF 1: 7:12:33 (106.)
Team UNICEF 2: 6:00:39 (24.)
Team UNICEF 3: Ausfall Stage 2
Team UNICEF 4: 8:45:24 (289.)
Team UNICEF 5: 8:40:51 (271.)
Team UNICEF 6: Ausfall Stage 2
Team UNICEF 7: 7:48:18 (170.)
Doka Africa: 5:49:37 (17.)
Gesamtstand
Team UNICEF 1: 33:13:19 (87.)
Team UNICEF 2: 29:04:08 (27.)
Team UNICEF 3: Ausfall Stage 2
Team UNICEF 4: 43:36:28 (338.)
Team UNICEF 5: 43:27:10 (336.)
Team UNICEF 6: Ausfall Stage 2
Team UNICEF 7: 36:06:12 (149.)
Doka Africa: 28:36:44 (22.)
Das Internet flutscht und seit heute Früh sind nun auch Fotos online.



